Logo des Amani Kinderdorf e.V.: eine rote Hand News aus dem Freiwilligendienst (Stand August 2026)

News aus dem Freiwilligendienst (Stand August 2026)

Beitrag vom 31. August 2026

Der August ist bei uns immer der Übergangsmonat im Freiwilligendienst. Die neue Generation kommt nach Tansania, während die bisherige Generation ihr Jahr langsam abschließt und die Neuen einarbeitet. Gleichzeitig sind die bisherigen Freiwilligen natürlich auch mit ihrem eigenen Abschied beschäftigt.

Wir danken unserer Freiwilligen-Generation 2025/26 ganz herzlich für ihren Einsatz und wünschen der neuen Generation 2026/27 viel Erfolg und ein wunderschönes Jahr in Tansania.

Hier berichtet Jannis, unser neuer Freiwilliger in Kitwiru, von der Vorbereitung und den ersten Wochen des Übergangsmonats:

„Mein Name ist Jannis und ich bin Teil der neuen Amani-Generation 2026/27, die außerdem aus Elise, Max, Andre, Lia und Elli besteht (von links nach rechts). Ich werde den ersten Bericht über unsere Vorbereitung auf das Jahr und die Erlebnisse der ersten Wochen schreiben.

Das erste fünftägige Vorbereitungsseminar fand Ende Mai statt und wurde von den Ehemaligen Silas und Marie angeleitet. Sie konnten uns die verschiedenen Themen direkt mit eigenen Einblicken und Erfahrungen aus erster Hand näherbringen und so viele Fragen und Unsicherheiten im Verlauf des Seminars klären.

Im Vordergrund des Seminars stand die Vorbereitung auf das Freiwilligenjahr und das Land Tansania. Wir setzten uns mit Themen wie Geografie, Politik, Musik sowie dem Gesundheits- und Bildungssystem auseinander. Dabei erarbeitete jeder von uns einen Vortrag zu einem dieser Themen, wodurch wir uns schon ein grobes Bild vom Land machen konnten.

In weiteren Einheiten ging es um die Freiwilligenarbeit sowie um unsere Erwartungen und Ängste. Außerdem gab es einen kurzen Swahili-Crashkurs, der bei einem Videocall mit den Mamas aus den Kinderdörfern auch direkt als kleiner Icebreaker angewendet werden konnte.

Wichtig fand ich auch, dass wir uns mit Rassismus, Vorurteilen und Postkolonialismus auseinandersetzten und uns intensiv mit der Geschichte Tansanias beschäftigten. Gegen Ende kamen noch einige Ehemalige dazu und konnten uns viele persönliche Eindrücke und Geschichten mitgeben. Das stärkte unsere Vorfreude deutlich und gab uns einen guten Einblick in unsere zukünftigen Einsatzstellen.

Das zweite Seminar fand Ende Juli statt und dauerte neun Tage. Unter den Freiwilligen wurde es liebevoll das „Psychoseminar“ genannt – auch wegen der intensiven und emotionalen Auseinandersetzung mit uns selbst und unseren Mitfreiwilligen. Geleitet wurde es von Petra und Christa, die uns durch Themen wie WG-Regeln, die Reflexion von Verhaltensweisen und den Umgang mit Konflikten eine sehr gute Grundlage für das Zusammenleben als Gruppe gaben. Wir sprachen auch über Bedenken und emotionales Gepäck, das man mitnimmt beziehungsweise in Deutschland lassen muss, und darüber, wie wir damit umgehen können. Ich hatte das Gefühl, dass wir durch das Seminar als Gruppe näher zusammenkamen – auch, weil wir gemeinsam kochten und Uno manchmal zu ernst genommen wurde. Am Ende konnten wir viele Sorgen ablegen oder sie zumindest durch die Vorfreude in den Hintergrund rücken lassen.

Im August ging es dann endlich los. Aus allen Ecken Deutschlands trafen wir uns in Istanbul und flogen zusammen nach Dar es Salaam. Müde und erschöpft wurden wir herzlich von der bisherigen Generation empfangen. Sie nahmen uns direkt den ersten Stress ab, organisierten unsere Schlafplätze und die Fahrt dorthin und versorgten uns mit dem, was in diesem Moment am wichtigsten war: Wasser und einem Bett.

Wir waren wahrscheinlich alle froh, dass Celine und Felix uns unter die Arme griffen und uns beispielsweise dabei halfen, SIM-Karten und Bargeld zu besorgen. Alleine wäre das bei all den neuen Eindrücken und der Reizüberflutung deutlich schwieriger gewesen.

Der Tag wurde mit Kokosnuss und Shawarma gestartet und endete am Strand mit frisch gepressten Säften.

Am folgenden Tag fuhren wir mit dem Bus elf Stunden von Dar es Salaam nach Iringa. Die Fahrt war anstrengend, aber auch spannend – vor allem, weil ein Teil der Strecke durch ein Stück Nationalpark führte und wir direkt neben dem Bus Giraffen und Gazellen beim Grasen beobachten konnten. In Iringa wurden wir durch das Haus, das auch Kamili genannt wird, und die Umgebung geführt und lernten viele neue Menschen kennen. Gemeinsam mit der bisherigen Generation wanderten wir auf einen nahegelegenen Berg, von dem aus man einen wunderschönen Blick auf die vom Sonnenuntergang rot gefärbte Stadt hatte. Am Wochenende wurden wir dann in den jeweiligen Dörfern den Dadas und den Kindern vorgestellt und lernten unser Arbeitsumfeld kennen.

Der darauffolgende einwöchige Intensivsprachkurs mit Joyce war anstrengend, aber lustig. Wie wir später feststellten, war er eine wichtige und gute Grundlage, die direkt während der anschließenden Abschlussfeiern der bisherigen Generation in beiden Dörfern angewendet werden konnte.

Der Kurs erwies sich auch in der ersten Einarbeitungswoche als nützlich. Auf einmal konnte man mehr als nur „Hallo“ und „Ich heiße …“ sagen. Langsam konnten wir dadurch auch eine bessere Bindung zu den Kindern aufbauen. Dazu trug bei, dass eine ganze Woche mit verschiedenen Aktivitäten auf der Agenda stand, darunter Stockbrotmachen und ein Kinoabend. Ich schätzte die Einarbeitungswoche sehr, weil man nicht direkt ins kalte Wasser geworfen wurde und wir Zeit hatten, die Kinder besser kennenzulernen.

Zuletzt bekamen wir in dieser Woche Besuch von Clemens Scholten vom Vorstand und besuchten Father Ulungi und den Bischof, um uns als neue Generation vorzustellen und Organisatorisches zu besprechen. Neben wichtigen, aber teilweise trockenen Gesprächsthemen gab es spannende Unterhaltungen, sehr gutes Essen und viele hilfreiche Ideen und Erkenntnisse.

Auch wenn die letzten Wochen extrem vollgepackt, voller neuer Eindrücke und teilweise anstrengend waren, war es bisher eine spannende und aufregende Zeit. Und ich freue mich auf viele neue Erfahrungen, Eindrücke und das Leben im Kinderdorf.“