Der Verein Amani Kinderdorf hat in der Region Iringa zwei Kinderdörfer mit je sechs Kinderhäusern und den erforderlichen Nebengebäuden errichtet.
Rund 160 Kinder aus prekären Verhältnissen finden dort ein sicheres Zuhause in familienähnlichen Strukturen. Viele werden zum ersten Mal seit langer Zeit satt. „Iss so viel du kannst!“, flüsterte ein Junge seinem kleinen Bruder zu, als beide neu im Kinderdorf ankamen. Die Kinder bekommen die Chance auf Bildung, sie besuchen regelmäßig die umliegenden Schulen und werden nach ihren Fähigkeiten gefördert. Ziel ist es, die Kinder stark zu machen für ein eigenverantwortliches Leben in Tansania
In der Regel bringen die zuständigen Sozialämter die Kinder. Deren Schicksale sind bewegend. Der Bedarf an Plätzen ist nach wie vor groß. „Bitte macht weiter!“, heißt es immer wieder von offizieller Seite.
2000 begann der Bau des ersten Amani Kinderdorfs. Es befindet sich in Kilolo im südlichen Hochland Tansanias, Provinz Iringa, auf einem Gelände, das der römisch-katholische Bischof von Iringa zur Verfügung gestellt hatte.
Mit der Stadt Iringa als Projektpartner wurde dann 2010 mit dem Bau des zweiten Kinderdorfs in Kitwiru begonnen. Gemüsegärten, Ackerflächen, ein wenig Kleinvieh und in Kilolo eine Schreinerei und Näherei ergänzen die Kinderdörfer und tragen zur Versorgung bei.
Die Dörfer stehen, aber die Arbeit geht weiter! Nun müssen wir unsere ganze Kraft in die Sicherung des Unterhalts und die Möglichkeit einer guten Ausbildung für alle Kinder stecken. Dazu sind wir auch weiterhin auf Spenden angewiesen!
Kinderdorf Kilolo
Das Kinderdorf Kilolo wird geleitet von Serafina Chodota. Ihr steht die Sozialarbeiterin Aika Shayo zur Seite. Gemeinsam mit den Hausmüttern entscheiden sie, welche Kinder in welchem Kinderhaus leben, wann und wo sie zur Schule gehen und wie die weitere Ausbildung aussehen kann.
Wie in Tansania üblich, helfen alle Kinder den Hausmüttern: Wasser holen, Garten- und Feldarbeit oder Aufpassen auf die Kleinen sind für alle selbstverständlich. Samstags ist Waschtag, mit Schüsseln und Kernseife ausgestattet machen sich alle an die Arbeit. Trotzdem bleibt genug Zeit zum gemeinsamen Spiel oder zum Zusammensitzen und Reden.
Zwei weltwärts-Freiwillige unterstützen die Arbeit in den Kinderdörfern und bieten nach Absprache schulische Förderung und Freizeitangebote an.
Kinderdorf Kitwiru
Im März 2010 erfolgte der erste Spatenstich. Erfahrungen aus dem ersten Kinderdorf und viele Gespräche mit den tansanischen Partner:innen flossen in die Planung ein. Maßgeblich beteiligt war Jörg Eule, so dass die Gemeinschafts Halle „Bundi Hall“ getauft wurde („Bundi“, auf Kisuaheli „Eule“).
Mit Eliza Mwakabanga haben wir eine kompetente Dorfleiterin gefunden. Und es stimmt alle Verantwortlichen froh zu sehen, dass die Kinder das Kinderdorf als ihre neue Heimat anerkennen. Hier in Kitwiru haben sie endlich einen Platz gefunden, an dem sie sich sicher und geborgen fühlen dürfen. Das ist auch das Verdienst der Hausmütter.
Der Alltag ist ähnlich wie in Kilolo. Es gibt allerdings einen öffentlichen Kindergarten und eine Secondary School in unmittelbarer Nähe, so dass für die älteren Kinder keine Internatskosten anfallen.
Folgende Videos bieten einen kleinen Einblick in das Leben in den Kinderdörfern:
Rundgang durch das Kinderdorf Kilolo, 06:47
Arbeitsalltag im Kinderdorf Kitwiru, 06:14, Musik unter CC BY 3.0